Eine Pfingstfahrt voller Sonne, Spannung, Teamgeist und Gänsehaut: Vom 26. bis 29. Mai 2026 spielte unsere U11 bei der Copa Pentecostés in Spanien – im 7 gegen 7 und mit ganz viel MFC-Herz.
Aufenthalt an der Costa Brava: 23. bis 31. Mai 2026.
Abreise mit vielen Fragen im Gepäck
In den Pfingstferien 2026 machte sich unsere U11 des Jahrgangs 2015 auf den Weg zu ihrem ersten internationalen Turnier an der Costa Brava – und schon vor der Abreise kribbelten viele Fragen im Bauch. Wie stark würden die Gegner sein? Wie schlimm wird die Nackenversteifung nach der Reise? Schaffen es die Eltern, eine Woche lang in einer Unterkunft mit zahlreichen anderen Fußballmannschaften zu überleben? Wird das Essen schmecken? Muss ich wirklich eine lange Hose mitnehmen? Und warum gibt es an manchen Tagen eigentlich nur ein Spiel – wird das nicht viel zu langweilig?
Die Antwort vorweg: Langweilig wurde es keine einzige Minute. Stattdessen warteten Sonne, Strand, Stadionluft, große Emotionen – und eine Mannschaft, die von Tag zu Tag mehr zusammenwuchs.
Ankommen, Staunen, Pool finden
Die Mannschaft reiste gestaffelt an – mit dem Flugzeug, denn: wer kann, der kann. In unserer Welt voller unendlicher Möglichkeiten gab es natürlich auch erstaunlich viele Varianten, vom Flughafen zum Hotel und wieder zurückzukommen. Wer eine klassische Jugendherberge erwartet hatte, fand sich plötzlich in einem gepflegten Hotel mit großem Pool wieder. Und aus den befürchteten 20 anderen Mannschaften wurden am Ende vielleicht acht. Es sei nicht unerwähnt: Auch acht Mannschaften können sehr vergnügt feiern. Und nein, eine Bettruhe ab 22 Uhr ist offenbar kein altersgemäßes Konzept – zumindest nicht aus Sicht der anwesenden Jugendfußballfraktion. Für unsere Mädels und Jungs aber war schnell klar: Das hier ist nicht einfach nur ein Turnier. Das ist ein Abenteuer.
Eigentlich war man ja zum Fußballspielen gekommen. Trotzdem boten sich zwischen den Spielen reichlich Möglichkeiten: Kultur- oder Shoppingausflug nach Barcelona, Strandbesuch, Sonnenschirmkauf – der sich später noch als goldrichtig erweisen sollte – oder ein Besuch im Strandrestaurant mit Fisch oder wahlweise einem Eimer Sangria. Für die Kinder war vermutlich ohnehin das Größte, morgens aufzuwachen und direkt eine ganze Fußballmannschaft voller Freunde am Frühstücksbuffet, am Pool oder an der Eisbar vorzufinden. Das vielseitige Buffet bot sowohl für Verschleckte als auch für Feinschmecker genügend Auswahl, und der Poolbar gingen zur Freude der Eltern selbst bei Großbestellungen nicht die Getränke aus. Dank kühler Nächte und der rücksichtsvollen anderen Jugendmannschaften war man selbstverständlich stets bestens ausgeruht – zumindest nach offizieller Elternlesart.
Jetzt aber Fußball: Eröffnung mit Gänsehaut
25.05., 21:15 Uhr, Hotel: Mannschaftsbesprechung. Martin übernahm als Botschafter bei der Gala eine tragende Rolle.
26.05., 09:30 Uhr, Blanes – Ciutat Esportiva de Blanes: Mit dem Bus ging es zur Eröffnungsfeier. Spätestens als die Busse gar nicht mehr aufhörten anzurollen und eine Mannschaft nach der anderen ausspuckten, war klar: Das wird größer und professioneller als gedacht. Der MFC08 lief als eine der ersten Mannschaften ins Stadion ein, begleitet von lautem Getöse von den Rängen. Für viele war das ein echter Gänsehautmoment: die Mannschaft geschlossen auf dem Rasen, die Tribünen laut, die Augen groß. Nachdem alle Teams eingelaufen waren und die Rasenfläche komplett bevölkert war, hatte der MFC08 die Ehre, das Turnier im Namen aller deutschen Mannschaften zu eröffnen und die sportlichen Geister der Fairness anzurufen. Eine bessere Botschafterin als unsere Feli hätte man sich nicht wünschen können. Es folgten Cheerleader, Freestyle-Künstler, Musik, Farbkanonen und eine lange Polonaise über den Rasen. Mega Show, mega Trubel – und danach die wichtigste Frage: Sind wirklich alle wieder im Bus? Alle da? Sicher? Dann zurück ins Hotel, futtern und bereit machen fürs erste Spiel.
Spiel 1: Hitzetest gegen den ESV München
26.05., 15:00 Uhr, Calella – La Muntanyeta: Zu Fuß ging es hinauf zur Spielstätte. Die Sonne hatte das Stadion auf dem Berg ordentlich vorgeheizt, und hier sollte sich eine der großen Fragen klären: Wie stark sind die Gegner? Nach fünf Minuten war klar: stark. Aber wir eben auch. In der ersten Halbzeit erspielte sich der MFC gute Chancen, zeigte Mut, Tempo und schöne Kombinationen. Danach erhöhte München den Druck. In der zweiten Hälfte mussten wir Gegentore hinnehmen. Das 0:4 fiel am Ende deutlicher aus, als es der Spielverlauf verdient hatte, denn gute Aktionen und konzentrierte Spielzüge des MFC fanden leider nicht den Weg ins Münchner Tor. Der Hitze auf dem Kunstrasen zahlten zwei MFC-Spieler Tribut und fielen teilweise aus. Außerdem lernten wir: Jede Mannschaft darf zwei Spieler aus der U12 einsetzen. Zumindest einer der älteren Münchner war in Spielgestaltung und Abschluss deutlich zu erkennen. War das der Unterschied? Egal. Der erste internationale Auftritt war da, die Nervosität war abgeschüttelt, und die Mannschaft hatte gezeigt: Wir können hier mithalten. Also ab ins Hotel, ausruhen und Kräfte sammeln fürs Abendspiel.
Spiel 2: Aufholjagd in Rocafonda gegen Lamine Yamals Ausbildungsverein
26.05., 17:30 Uhr, Rocafonda – Camp de Futbol Municipal de Rocafonda: Mit dem Bus ging es zum zweiten Spiel gegen die erste spanische Mannschaft. Die flinken Spieler von Rocafonda boten einen starken Auftritt und schickten den MFC zunächst in einen 0:2-Rückstand. Doch statt hängender Köpfe gab es plötzlich dieses besondere Knistern: Jetzt erst recht. Nach dem ersten Treffer für den MFC nahmen sich die Eltern dem Kulturaustausch an und imitierten die spanische Tradition, mit lautem Getöse auf die Werbebanner zu klopfen. Das schien Spaß zu machen, denn es hörte nicht mehr auf. Auf dem Feld gelang dem MFC nun ein Tor nach dem anderen, während die Abwehr stabil blieb. Aus Rückstand wurde Aufbruch, aus Aufbruch wurde Jubel, und am Ende stand ein starkes 4:2. Berauscht vom ersten Sieg wurde die MFC-Fahne durch die Gassen von Calella getragen, Gesänge inklusive. Und weil der Tag offenbar noch nicht lang genug war, gab es nach dem Abendessen noch eine Runde Beachvolleyball am Strand. So, jetzt aber ab in die Heia – wir sind ja nicht zum Spaß hier. Oder doch?
Zwischenprogramm: Strand, Padel und Quallen-App
27.05., 10:00 Uhr: Strand und Padeltennis. Macht mega Laune und ist gut für die Muskelspannung – aber bitte jetzt keine Verletzungen einfangen und Kräfte sparen fürs Abendspiel. Zur Abkühlung ging es ins Meer. Falls man eine Qualle sieht, bitte einfach drumherum schwimmen. Was? Hat dich schon erwischt? Okay, wusste gar nicht, dass es eine App für Quallensichtungen gibt. Direkt mal herunterladen.
Spiel 3: Chancen und Spannung gegen Palafolls
27.05., 17:00 Uhr, Palafolls – Municipal Football Field of Palafolls: Vom Mittagessen gestärkt und dank anschließendem Powernap – oder wahlweise Pool-Action, je nach persönlichem Schlafverständnis – ging es gut ausgeruht zum dritten Spiel gegen den lokalen Gegner Palafolls. Auch hier war wieder Dramaturgie geboten. Palafolls ging in Führung, die quirligen Spieler drohten immer wieder der Abwehr zu entwischen, wurden aber insgesamt gut kontrolliert. Die zahlreichen Vorstöße des MFC waren spielstark und schön kombiniert, nur das Runde wollte einfach nicht zuverlässig ins Eckige. Am Ende stand ein 3:1-Sieg – und trotzdem mischte sich in den Jubel ein kleines „Da wäre sogar noch mehr drin gewesen“. Genau das sagt vermutlich am besten, wie sehr die Mannschaft inzwischen im Turnier angekommen war. So musste weiter um den Einzug ins Finale gebangt werden. Wem das heute schon nervenaufreibend vorkam, dem sei geraten: Am nächsten Tag besser zu Hause bleiben.
27.05., 19:45 Uhr, Hotel: Mannschaftsbesprechung, Billard und Karten. So, jetzt aber ab in die Heia – wir sind ja nicht zum Spaß hier. Oder doch?
Ruhetag? Fast.
28.05., 10:00 Uhr: Strand, Padeltennis, Erholung und natürlich Quallen. Also alles, was man für einen entspannten Turniertag braucht.
Spiel 4: Krimi gegen Malgrat und der Fußballgott
28.05., 18:00 Uhr, Malgrat – Camp Municipal de Futbol de Malgrat de Mar: Gegen den lokalen Verein Malgrat begann das körperlich intensivste Spiel des Turniers – begleitet von einem großzügig auslegenden Schiedsrichter. Die läuferisch starken Gegner setzten dem MFC hart zu, doch unsere Mannschaft hielt tapfer dagegen, stand nach rabiaten Einsätzen immer wieder auf und blieb im Spiel. Jeder Ball wurde umkämpft, jedes Tor gefeiert, jeder Rückschlag weggesteckt. Die Tore fielen hin und her, schließlich Gleichstand mit 3:3. Der Einzug ins Finale schien zum Greifen nah, als in der letzten Minute ein langer Ball zu einem Zusammenprall zwischen gegnerischem Stürmer und Torwart führte. Hohes Bein? Gefährliches Spiel? Karate? Der Schiedsrichter sah es anders und ließ weiterlaufen – 3:4. Großes Katzengejammer begleitete die Mannschaft zum Bus, im Glauben, das Finale verpasst zu haben. Doch dann die Erlösung durch eine glückliche und selbstverständlich hochverdiente Fügung des Fußballgottes: Das Parallelspiel ging zugunsten des MFC aus. Platz zwei in der Gruppe, Finale erreicht! Aus Enttäuschung wurde pure Freude, aus hängenden Köpfen wurden Freudentänze, und die gute Stimmung war zurück. Ein gemeinsamer Sprung der gesamten Mannschaft in den Hotelpool sorgte für die nötige Abkühlung und läutete einen Abend ein, den so schnell keiner vergessen dürfte. So, jetzt aber ab in die Heia – wir sind ja nicht zum Spaß hier. Oder doch?
Finale: Wiedersehen mit München
29.05., 11:00 Uhr, Palafolls – Municipal Football Field of Palafolls: Finale gegen den ESV München. Sehr schön: ein Wiedersehen mit dem ersten Gegner und die Chance auf Revanche. Der Einlauf ins Stadion führte durch Torbögen, angeführt vom Schiedsrichter. Musik wummerte durchs Stadion, anschließend erklang die Nationalhymne, und jeder Spieler wurde einzeln mit Namen aufgerufen. Mega Spektakel – und das Spiel hatte noch nicht einmal begonnen. Auf dem Platz sahen die Zuschauer einen MFC, der hellwach, mutig und geschlossen auftrat. Die Spieler ließen ihre Gegenspieler kaum aus den Augen, kämpften füreinander und hielten die Partie lange offen. Ein knallharter Schuss aus den Reihen des MFC führte fast zur Führung. Erst als der offensiv spielende Münchner Torwart einen weiteren Vorstoß wagte, fanden die Münchner eine Lücke zum 1:0 in der ersten Halbzeit. Auch in der zweiten Hälfte ließ der MFC durch konzentrierte Manndeckung wenig zu und erzwang nach einem Handspiel einen Elfmeter. Leider ging der Ball knapp über die Latte. Durch einen Alleingang des bereits bekannten Münchner Spielers kam es schließlich zum 0:2-Endstand. Natürlich war da im ersten Moment Enttäuschung. Aber sie hielt nicht lange. Zu stark war die Leistung, zu groß der Stolz auf das Erreichte. Kameradschaftliches Abklatschen, sportlicher Trost und fairer Anstand des ESV – und eine MFC-Mannschaft, die mit erhobenem Kopf vom Platz gehen konnte.
Siegerehrung und Pokalglanz
29.05., 19:15 Uhr, Palafolls – Municipal Football Field of Palafolls: Vor der Siegerehrung gab es zunächst noch das U19-Finale von der Tribüne zu genießen. Danach kam der Moment, auf den alle gewartet hatten: Der MFC holte sich den großen Pokal für den zweiten Platz der U11. Es folgten Pressefotos, strahlende Gesichter und eine große gemeinsame Feier aller Mannschaften auf dem Rasen, gekrönt von Feuerwerk, ausgelassener Stimmung und dieser ganz besonderen Mischung aus Stolz, Müdigkeit und Glück. Danach wurde im Hotel weitergefeiert – denn jetzt durfte offiziell gelten: Wir sind schließlich auch zum Spaß hier.
Fazit: Wiederholung ausdrücklich erwünscht
Am Ende war allen klar: Das war mehr als nur ein Turnier. Es war eine Woche voller Fußball, Freundschaft, kleiner Abenteuer, großer Gefühle und unzähliger Geschichten, die noch lange erzählt werden dürften. Unsere U11 hat den MFC08 Lindenhof an der Costa Brava großartig vertreten – sportlich stark, fair, mutig und mit ganz viel Teamgeist. Und weil man sich kaum vorstellen kann, wie es noch besser werden soll, bleibt nur eines zu sagen: Trumpf Organisator, bitte übernehmen – Anmeldung für Ostern 2027. Auf geht’s zum nächsten Auslandsturnier!
